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Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender

Marx-Gedenktafel ist Gespenst für Leipziger CDU

Linksfraktion weist bösartigen Angriff auf Kulturbürgermeisterin entschieden zurück

Ein Gespenst geht um in Leipzig, das Gespenst einer Marx-Gedenktafel.

Im Oktober beschloss der Leipziger Stadtrat bekanntlich auf Antrag der Linksfraktion, dass die Stadt eine durch Spendengelder finanzierte Haus- und Gedenktafel zur Erinnerung an das in Leipzig gedruckte Hauptwerk von Karl Marx „Das Kapital“ anfertigen lässt. Es liegt in der Logik des Beschlusses, dass nunmehr über die Stadt Leipzig auch die besagten Spendengelder gesammelt werden.

Die jüngste Stellungnahme aus den Reihen der Leipziger CDU dokumentiert allerdings, dass die Christdemokraten diesen demokratischen Beschluss nicht „verdaut“ haben und verzweifelt versuchen, die Sicht auf die Leipziger Geschichte ausschließlich in ihrem konservativen und antikommunistischen Sinne zu dominieren. Die CDU hat in ihren bisherigen Beiträgen und Reden kaum ein Verhältnis zur Multiperspektivität von Geschichte gezeigt, sondern ist völlig im einfachen Schema des Schwarz-Weiß-Denkens gefangen. Es gibt historisch nur Gut und Böse, kaum Graustufen. Anerkannte Kompetenz und demokratisches Bekenntnis werden verschwörungstheoretisch als Fassade bezeichnet. Dabei ist man typischerweise zur eigenen jüngeren wie älteren Vergangenheit vollkommen unkritisch - siehe CDU-Vergangenheiten Ost wie West oder die Person Helmut Kohl - attackiert aber DIE LINKE bei jeder unpassenden Gelegenheit mit unqualifizierten Anfeindungen auf die Biografien ihrer Mitglieder. Dabei kennt man keine Schamgrenze bei denunziatorischen Zuschreibungen und Etikettierungen. Insbesondere tun sich dabei jene hervor, die aus Jugend- oder Herkunftsgründen kaum persönliche Erfahrungen mit dem Herbst 1989 oder gar der DDR gemacht haben; gerade diese spielen sich jedoch mit künstlichem Pathos als Mahner und Anwalt der Entrechteten sowie noch lieber als Ankläger auf. Die neuerliche Attacke auf die Kulturbürgermeisterin demaskiert daher nicht Frau Dr. Skadi Jennicke, sondern das verleumderische Niveau dieses bösartigen Angriffs, den wir in aller Entschiedenheit zurückweisen.