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Kippen, Klos und zu viel Lärm: Grünauer diskutieren über Ordnung und Sicherheit in ihrem Viertel

„Fühlen Sie sich sicher in Grünau?“, lautete die Einstiegsfrage beim Grünauer Bürgerforum zum Thema „Grünau für alle – Wege zu mehr Ordnung und Sicherheit“ am 31. Januar in der Völkerfreundschaft. DIE LINKE. Grünau packte nicht ohne Grund und zum wiederholten Male dieses „heiße Eisen“ an. Seit das Zentrum des Stadtteils rund um die Stuttgarter Allee im vergangenen Jahr zum Kriminalitätsschwerpunkt deklariert wurde, fühlen sich viele Bewohner verunsichert. Kein Wunder also, dass rund 120 interessierte Bürger*innen der Einladung zum Forum folgten. Auf dem Mini-Podium hatten der Bundestagsabgeordnete und Fraktions-Chef der LINKEN im Stadtrat, Sören Pellmann, sowie der Leiter der Abteilung Sicherheit im Leipziger Ordnungsamt, Thomas Schmidt, Platz genommen.

Mit seiner Frage nach dem Sicherheitsgefühl der Grünauer hatte Moderator, Stadtrat und Vorsitzender der Leipziger LINKEN, Dr. Adam Bednarsky, den Ball gleich zu Beginn direkt ins Publikum gespielt. Und das nahm ihn dankend an. Schnell wurde klar: So richtig unsicher fühlt sich anscheinend niemand – zumindest keiner derjenigen, die sich an diesem Abend zu Wort meldeten. Stattdessen kamen Ruhestörung, Trinkerstellen, Hundekot, fehlende Papierkörbe und öffentliche Toiletten sowie Müllberge zur Sprache. „Gemeckert“ wurde dabei erfreulich ruhig. Wer derartige Foren kennt, weiß, dass das heutzutage eher die Ausnahme denn die Regel ist. Sören Pellmann überraschte das nicht sonderlich. So kenne er seine Grünauer: Mit offenen Worten, aber sachlich und lösungsorientiert.

Apropos Lösungsansätze: Die kamen nicht nur vom Podium, sondern auch aus dem Saal. Eine bessere Straßenbeleuchtung wurde mit den Worten angemahnt: „Dort, wo es dunkel ist, ist es gruslig und dort fühlt man sich unsicher.“ Ein Plädoyer für mehr Sicherheit durch bessere Beleuchtung. Eine Bewohnerin des Elfgeschossers in der Stuttgarter Allee ärgerte sich indes über den Dreck in der Fußgängerzone vor ihrem Haus und machte den Vorschlag, dass Stadt (Ordnungsamt), Vermieter (WOGETRA) und Mitarbeiter der Völkerfreundschaft enger zusammenarbeiten könnten, um die Situation zu verbessern. „Gibt es denn in Leipzig eigentlich eine Dreck-weg-App?“, fragte ein anderer Anwohner. Thomas Schmidt verneinte dies, wusste aber zu berichten, dass sie im Gespräch ist. Allerdings sei es schon heute jederzeit möglich, dem Amt ein Foto von Dreckecken per Mail zuzuschicken.

Mehr Eigenverantwortung wurde unisono und durchaus selbstkritisch angeregt. In Punkto lärmende Jugendliche, gingen die Meinungen allerdings weit auseinander. Während eine Bürgerin für mehr Toleranz plädierte: „Wir waren doch alle mal jung. Wo sollen die Jugendlichen denn hin?“ und Schützenhilfe vom Moderator erhielt: „Ich habe selbst als Junge in einem Grünauer Hof Fußball gespielt und war dabei sicher nicht leise.“, konnte Thomas Schmidt statistisch belegen, dass Ruhestörungen tatsächlich eines der Hauptprobleme in Grünau darstellt. Allerding: Öffentliche Plätze sind eben auch Kommunikationsräume, die gut und wichtig sind für eine funktionierende Stadtteilgesellschaft.