Bundesregierung macht beim Gebärdensprach-Zentrum Beteiligung zur Fassade
"Die Bundesregierung erklärt Beteiligung zur bloßen
Fassade. Beim Aufbau des Kompetenzzentrums sollen die
betroffenen Verbände nicht verbindlich mitwirken,
sondern nur informiert und angehört werden. Das ist kein
ernst gemeintes Verständnis von Teilhabe.", erklärt der
Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und
behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag.
Pellmann weiter: „Besonders deutlich wird das bei der
Frage der Stellenbesetzungen und der organisatorischen
Ausrichtung. Die Bundesregierung behält die Kontrolle
über die wesentlichen Entscheidungen in der eigenen
Hand. Selbstvertretungsorganisationen der gehörlosen
Menschen werden damit auf einen Randplatz verwiesen,
obwohl es gerade um ihre Sprache, ihre Lebenswirklichkeit
und ihre fachliche Expertise geht.
Auch die Zusammenlegung von Deutscher
Gebärdensprache und Leichter Sprache ist politisch falsch
begründet. Statt die unterschiedlichen Anforderungen
ernst zu nehmen, verweist die Bundesregierung vor allem
auf Wirtschaftlichkeit und Synergieeffekte. Das ist
Verwaltungsdenken von oben herab. Die Deutsche
Gebärdensprache ist keine Nebensache und kein
Anhängsel, sondern eine eigenständige Sprache mit
eigener Kultur, eigener Geschichte und eigener
Fachlichkeit.
Pressemitteilung 12/2026
Pressemitteilung von Sören Pellmann, 08. Juli 2026
